Verkauft wurde ein „Architekten-Fertigteilhaus“ in „Passivhausqualität“! Da stellt sich die Frage was das sein soll, ein Passivhaus bei welchen die Energiekennzahl 15 nicht eingehalten werden kann? Eines welches den n50-Wert von 0,6 nicht geschafft hat? Oder ein Passivhaus welches halt nicht so wirklich eines ist? Aus meiner Sicht ist es Betrug am Kunden, und an der Passivhaus-Sache von Dr. Feist und seinen unzähligen „Jüngern“. Werbeaussagen wie „Bauteile in Passivhausqualität“ oder ähnliches empfinde ich als irreführend, aber solange Verkaufsfahrten mit Bustouren legal sind wird man auch dagegen nichts tun können.
Gerne engagiere ich mich zum gegenständlichen Fall. Da gibt es zahlreiche „bautechnische Fehler“: Fehlerhafter WU-Betonkeller, unzureichende Bitumendickbeschichtung, Fehler an der Luftdichtheitsebene, an der Wärmedämmung, an den Spenglerarbeiten, und so weiter und so fort. Hier nur ein Beispiel, der Keller wird mit Fussbodenheizung zum „Wohnkeller“, Klasse AS. An einer Seite wurde eine Garage angebaut, die ist nicht klimatisiert, das Garagentor und Wände nicht entsprechend gedämmt.  Es liegt also de facto ein Windfang vor, ein länger offenstehendes Garagentor kann nicht ausgeschlossen werden. Demnach die Hauswand zur Garage als AUSSENWAND konzipiert werden sollte. Passivhausqualität bedeutet hier einen U-Wert von mind.0,15W/m2K. Von mir aus etwas mehr, wenn dafür an anderer Stelle kompensiert wird.
Davon ist hier aber keine Rede, es gibt vom Wohnkeller zur Stiege innerhalb der Garage nur die verputzte Betonwand. Eine nachträglich, konventionelle Dämmung ist schwierig bis unmöglich. Weil die Stiegen DIREKT AN DIE WAND betoniert wurden. Somit müßten die Stiegen mit-gedämmt werden, aber die wieder stehen zur anderen Seite an einer halbhohen Garagenwand an… Bleibt vernünftigerweise nur eine bauphysikalisch heikle Innendämmung mit Vakuumdämmplatten, einhergehend mit etwas Raumverlust. Von Passivhaus keine Rede, oder eigentlich steht im Vertrag „Niedrigstenergiehaus in Passivhausqualität“. Ein Niedrigenergiehaus liegt bei einer EKZ von 20 – 50, ein Niedrigstenergiehaus könnte man also bei 15,1 – 25 ansiedeln. Das gegenständliche Designerhaus liegt vermutlich weit über 30… (Womit nicht beschrieben wird das bauschädliche Wärmebrücken vorliegen!)
Günther Nussbaum-Sekora

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